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Statement der türkischen Vereine in Liechtenstein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, 03. Oktober 2008 um 19:22 Uhr

Der Anstieg der Provokationen und Beleidigungen an den türkisch stämmigen Mitbewohnern hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Frauen werden auf offener Strasse von Jugendlichen angespuckt, die Kinder werden auf dem Schulweg verbal angegriffen. Dennoch haben wir, die türkischen Vereine, unsere Mitglieder um Vernunft und Geduld gebeten.  

Zum Vorfall am Wochenende wollen wir uns zum ersten Mal öffentlich äussern.

Die türkischen Mitbewohner in Liechtenstein sind sehr entsetzt und erzornt über die Geschehnisse vom vergangenen Wochenende. ?

Zu kritisieren und hinterfragen gibt es einiges und das wollen wir hiermit zur Sprache bringen:

In den Landeszeitungen haben wir gelesen: „Massenschlägerei zwischen Skinheads und Türken...“ 

Dieser Titel sollte richtig lauten „Massenschlägerei zwischen Skinheads und Liechtensteinern“

Tatsache ist, daß an der Schlägerei mehrheitlich junge Liechtensteiner türkischer Abstammung und Jugendliche anderer Nationen beteiligt waren.

Wir lesen weiter im Bericht von einem verletzten Polizisten. Was ist mit den vielen verletzten Jugendliche? Wieso erfahren die Leser nichts von denen? Sind sie etwa nicht so wichtig für die Polizei und den Medien?

Wir wünschen den Jugendlichen und dem Polizisten gute Genesung und hoffen daß sie in Zukunft nie wieder in solch einen Vorfall wie diesen involviert werden.

So eine Eskalation hätte in unseren Augen vermieden werden können. Wir sind der Meinung, daß die Vorkehrungen an Sicherheitsmaßnahmen für diese Veranstaltung nicht ausreichend waren.

In jedem Reglement der Gemeinden ist zu lesen, daß der Organisator für Vorkehrungen zu sorgen hat. Wir fragen uns, wo diese zu diesem Zeitpunkt waren und warum sie nicht eingeschritten sind?

Bei solch einer grossen Organisation gehört auch die Polizei von Anfang an dazu. Sie muss nicht unbedingt in voller Anzahl dort anwesend sein, aber sie sollte wenigstens innert kürzester Zeit vor Ort  eintreffen. Laut Angaben einiger beteiligten Jugendlichen traf die Polizei viel zu spät am Ort des Geschehens ein.

Zum Schluss möchten wir auch gerne ein paar Worte an die Regierung richten.

Sehr geehrter Herr Regierungschef-Stellvertreter Tschütscher, bei einer Veranstaltung, wo es um das neue Ausländergesetz ging, haben sie die ausländische Bevölkerung aufgefordert, an hiesigen Veranstaltungen teilzunehmen, nur so sei eine Integration möglich. Die Vereine haben Ihre Forderung an die türkische Bevölkerung weitergegeben und sie haben ihren Teil eingebracht.

Ab heute können Sie versuchen die Eltern zu überzeugen um Ihre Kinder weiterhin auf solche Veranstaltungen zu schicken. Denn uns fehlen die richtigen Argumente.

In letzter Zeit werden die Drittstaatsangehörigen immer wieder mit den Worten  „fördern und fordern“ konfrontiert. Wir bemühen uns stark dem entgegenzukommen aber jetzt, liebe Regierung, möchten wir auch eine Forderung stellen:

Wir wollen mehr Sicherheit für unsere Kinder, Jugendliche, Frauen. Wir wollen als türkische Staatsbürger und als Liechtensteiner türkischer Abstammung in Liechtenstein friedlich leben und uns dabei sicher fühlen.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 03. März 2010 um 17:40 Uhr